Warum Hundetrainer?

Kurze Antwort:

wegen Laines, meinem ersten Neufundländer! Ich möchte allen Hundebesitzern zur Seite stehen, damit sie nicht die gleichen Fehler machen wie ich!

 

Für alle, die mehr erfahren möchten: hier die ausführliche Geschichte.

Ich hätte mir vielleicht schon Gedanken machen sollen als die Züchterin mir erst den "Zuschlag" erteilt hat nachdem ich erwähnte, dass ich jahrelang nur Hengste geritten bin. Nun zog also dieses Wollknäuel auf vier Pfoten bei mir und meiner Familie ein. Meine Familie, bestehend aus meinem Mann,  meinen vier Kindern (zwischen 4 und 10 Jahren) und meinem alten Kater, standen dem Einzug eines Hundes eher skeptisch gegenüber. Der Kater war, von der ersten Sekunde an, das konsequenteste Familienmitglied: frei nach dem Motto - hier wohne ich! und wenn du bleiben willst: halte dich an meine Regeln! Ich hätte mir ein Beispiel dran nehmen sollen, denn das hat zu 100% funktioniert!

 

Lange Rede - kurzer Sinn: ich habe in den ersten Tagen, Wochen und Monaten restlos versagt. Das kleine Ding (was täglich größer und schwerer wurde) hatte innerhalb weniger Stunden nach seinem Einzug das Regiment über alle menschlichen Familienmitglieder übernommen. Zu diesem Zeitpunkt war mir das jedoch in keinerlei Weise klar.

 

Ich fuhr brav drei mal in der Woche zur Welpenschule, aus der Laines allerdings recht bald "raus flog". Ich schob es auf seine Größe und sein Gewicht. Allerdings erklärte mir auch kein Trainer warum er jetzt in die "Junghundegruppe" sollte. (Anmerkung von mir: Augen auf bei der Auswahl einer Hundeschule) Alle ihm gestellten Aufgaben lernte er schnell. Leinenführigkeit, Sitz, Platz, Steh. Bleib, "Fuß" mit und ohne Leine, alles kein Problem. Im Freilauf und Spiel mit den anderen Hunden sah es schon anders aus.

 

Angemessenes Verhalten gegenüber älteren Hunden - NULL!

Angemessenes Verhalten gegenüber gleichaltrigen oder jüngeren Hunden: MINUSBEREICH! 

Alle Hündinnen waren, seiner Ansicht nach, seine. Rüden, egal ob älter, gleichaltrig oder jünger, hatten in seinen Augen keinerlei Daseinsberechtigung. 

 

Es kam wie es kommen musste: mit 15 Monaten biss er bei einem Spaziergang das erste Mal zu!  Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein. Meine Hundeschule konnte oder wollte mir nicht wirklich helfen. Ich trennte mich also von ihr. Die Züchterin, bei der ich Hilfe suchte, hatte keine Zeit.  Ich stand kurz davor den Hund abzugeben, weil ich mit der Situation restlos überfordert war. Es gab zwei Möglichkeiten: entweder Hund abgeben oder grundlegend etwas ändern. Ich beschloss, dass ich nicht aufgeben würde!

 

Hundezeitungen und -bücher gehörten ab sofort zu meinem Tagesgeschäft. Ich suchte mir eine neue Hundeschule. Dort wurde ich, trotz beißendem Hund, sehr freundlich aufgenommen. Kurz darauf begann ich Seminare über Hundeverhalten zu besuchen. Nach und nach lernte ich "hündisch". Ich konnte meinen Hund immer besser verstehen. Im Umkehrschluss verstand er mich besser. Er fing an mir zu vertrauen. Er lernte, dass er nicht alles selber entscheiden und regeln brauchte. 

 

Fazit: ich habe fast drei Jahre meinen Hund alleine gelassen. Ich habe dann drei Jahre gebraucht ihm zu beweisen, dass er nicht alleine ist und ich auf ihn aufpasse! Wir hatten dann noch sechs wunderbare Jahre miteinander, bevor mein Seelenhund mit 12,5 Jahren über die Regenbogenbrücke ging.


Laines in seinem letzten Winter mit 11,5 Jahren
Laines in seinem letzten Winter mit 11,5 Jahren

 

 

Jeder bekommt den Hund, den er braucht!